Nebenwirkungen von Heilpflanzen

Oft hört man Aussagen wie:

  • „Was natürlich ist, kann doch nicht schädlich sein“ oder
  • „Das wurde schon früher verwendet – es gibt keine Berichte über Probleme, also ist es sicher.“Diese weitverbreiteten Irrtümer möchte ich gleich zu Beginn ausräumen.
  • Dass eine Pflanze in der Vergangenheit verwendet wurde und keine klinischen Daten darüber vorliegen, wird in der Phytotherapie als Risiko bewertet – denn man muss auch langfristige Wirkungen berücksichtigen. Diese treten nicht sofort auf, sondern können sich über Jahre hinweg im Körper anreichern und dann Probleme verursachen.
  • Nur weil etwas natürlich ist, bedeutet das nicht, dass es keine Gegenanzeigen gibt – im Gegenteil, in bestimmten physiologischen Zuständen kann es sogar gefährlich sein. Manche Pflanzen können innerhalb kürzester Zeit in biochemische Prozesse eingreifen und sogar die Wirkung von Medikamenten verändern. Sie können die Konzentration von Wirkstoffen im Blut erhöhen oder senken, was schwerwiegende Folgen haben kann! (Schon ein Glas Grapefruitsaft kann das bewirken!) Daher gilt: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor der Anwendung neuer pflanzlicher Präparate stets mögliche Wechselwirkungen prüfen!
  • Es gibt acht Heilpflanzen, deren Anwendung vor chirurgischen Eingriffen als potenziell gefährlich gilt. Eine davon – überraschenderweise – sind Nahrungsergänzungsmittel mit Knoblauch.
  • Besonders gefährdet hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen sind: Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen, Personen mit Allergien, Menschen in geschwächten physiologischen Zuständen sowie, chronisch medikamentös behandelte Personen. In diesen Fällen ist eine Information aus verlässlichen Quellen unerlässlich! (Das bedeutet nicht das Internet – sondern den Besuch bei einer Fachperson!)
  • Trotz dieser Hinweise lässt sich festhalten: Die meisten pflanzlichen Heilmittel und Zubereitungen aus natürlichen Quellen lassen sich mit großem Erfolg präventiv einsetzen – wenn man ihre Grenzen kennt!
de_DEDE